"Lieder zum Lose" sind Mundartlieder, die über Geschichten aus dem Leben berichten,

gesellschaftkritisch, leidenschaftlich, unterhaltend,

ohne dass sie eine Meinung aufzwingen...

 

Und Lieder zum Lose sind für Leute, welche gerne übers Leben nachdenken.

 

I bin ä Held

Liedertext und Tonausschnitt

Eigentlich wollte ich ein Lied schreiben über unser ständig geändertes Schulsystem, getrieben von schulpsychologischen Reformen und neuen Lerntechniken, welche eine Herausforderung für alle sind: Schüler, Lehrer und nicht auch zuletzt für die Eltern. Mit Kindern im schulpflichtigen Alter konnte und kann ich dies hautnah miterleben. Mehr als einmal habe ich mich dabei gefragt: Verbessern all diese Vergleichsstudien und anschliessenden Reformen die Entwicklung der Kinder zu jungen Erwachsenen wirklich? Und sind wir Eltern, welche noch nach alten Normen gelernt haben, denn so viel schlechter heraus gekommen als die Schulabgänger von heute? Fragen, die natürlich niemand beantworten kann… Eine Erkenntnis gibt es dann aber gleichwohl!

 

Chranggi Kasse

Liedertext und Tonausschnitt

Wir haben in der Schweiz eines der besten Gesundheitssysteme der Welt mit einem sehr hohen Qualitätsbewusstsein, und mit allen erdenklichen Möglichkeiten, kranke und verunfallte Menschen zu heilen. Nur etwas haben wir nicht im Griff: Die Finanzierung dieses Systems. Während die Bevölkerung immer gesünder und gesünder wird, werden die Kosten immer untragbarer und kranker. Ich habe zwar auch keine Lösung für dieses Dilemma, aber vielleicht hilft eine etwas andere Betrachtungsweise, um neue Ansätze zu finden. Der Mensch ist wie er ist, oder wer bezahlt gerne für etwas, das er auch gratis haben kann?

 

Glich viel wärt

Liedertext und Tonausschnitt

Ich hatte geschäftsmässig ausländische Gäste zu betreuen, und einer von ihnen hatte in seiner Heimat einen 1000 Franken Schein gewechselt. Damit hatte er Mühe irgendwo etwas Kleines zu kaufen und bat mich um Hilfe. Ich ging mit ihm am Bahnhof zum Geldwechselschalter und erklärte das Problem. Als die nette Dame hinter dem Schalter etwas zögerte wurde mein Gast sehr dominant und redete in einer Arroganz und Hochnäsigkeit, dass ich reflexartig einschritt und die Dame anlächelte, als möchte ich sagen: „er ist halt fremd hier und weiss nicht wie man bei uns miteinander umgeht“. Die Geschichte hat mir zu denken gegeben. Passen wir lieben Schweizer uns den Fremden zum Teil nicht auch etwas zu fest an, und würde es die Schweiz überhaupt geben, wenn wir dies schon immer so gemacht hätten?

 

Die chaibe Usländer

Liedertext und Tonausschnitt

Ich finde die Demokratie, wie wir sie in der Schweiz leben dürfen, eine wunderbare Sache, und ich versuche an möglichst jeder Abstimmung und bei jeden Wahlen teilzunehmen. Wenn aber eine Partei diese tollen Möglichkeiten dafür ausnützt, um Angst und Schrecken zu schüren, damit sie ihren Wähleranteil erhöhen kann, dann finde ich das sehr schade und beschämend. Vor allem die Abstimmungs- und Wahlkampagnen gegen die Ausländer kann ich so nicht stehen lassen, schon alleine nicht wegen meinen vielen ausländischen Freunden, die hier in der Schweiz wohnen und arbeiten.

 

Im Färnseh cho

Liedertext und Tonausschnitt

Casting Shows geniessen bei uns einen hohen Unterhaltungswert. Einmal als Nobody im Fernsehen gross auftreten und von allen umschwärmt zu werden, davon träumen scheinbar viele, vor allem junge Leute. Mich fasziniert dabei vor allem, wie unerschrocken und zum Teil fast schon naiv sich diese jungen Kandidatinnen und Kandidaten an so eine Sache heranwagen. Eigentlich wissen sie ganz genau, dass sich ihre Welt innerhalb von wenigen Minuten total verändern könnte, und dass ein vermeintlicher Höhenrausch rasch ein schmerzhaftes und abruptes Ende nehmen kann. Und trotzdem ist bei diesen Kandidaten der Traum vom Rampenlicht deutlich stärker als alle Bedenken, die viele andere Leute hätten.

 

Doch eigentlich haben sie recht: Was können sie wirklich verlieren, ausser sich zu blamieren? Vielleicht würde uns solch eine Sichtweise auch ab und zu das Leben vereinfachen...

 

Chetteraucher

Liedertext und Tonausschnitt

Wenn ich meinen Kindern erzähle, dass es in meiner Jugend kein Handy und Internet gab, können sie sich ein solches Leben fast nicht vorstellen. Die meisten Veränderungen in unserer Gesellschaft nehmen wir hin, ohne dass wir sie überhaupt richtig wahrnehmen. Jedes Telefon ist in der Zwischenzeit schnurlos und die Sitzheizung im Auto ist auch schon fast Standard. Aber es gibt gewisse Veränderungen, da wehren sich die Leute, als bedeuten diese das Ende für unseren Wohlstand, unsere Gesellschaft, unsere Schweiz. Wäre es nicht auch an der Zeit, gewisse gesellschaftliche Auslaufmodelle von der Tradition abzukoppeln und zu hinterfragen, ob sie nicht abgeschafft werden sollen? Dieses Spannungsfeld zwischen Moderne und Tradition, zwischen Fortschritt und Beibehalten von Bestehendem, das wird uns auch in Zukunft weiter beschäftigen und wird an einem banalen, und leicht übertriebenen Beispiel dargestellt.

 

Räschtrisiko

Liedertext und Tonausschnitt

Der Unfall von Fukushima hat eines sehr deutlich gezeigt: Ein AKW ist und bleibt eine potentielle Bedrohung für all die Leute, die im Umkreis davon leben. Klar ist das Risiko, dass wirklich etwas passieren könnte klein, es ist ein Restrisiko, aber wenn bei uns dieses Restrisiko eintreten würde, dann wäre die Schweiz nicht mehr die Schweiz, wie wir sie kennen. Ist uns der günstige Strom dieses Risiko wirklich wert? Wir versuchen doch auch sonst möglichst allem Unheil aus dem Weg zu gehen und werden ständig auf mögliche Gefahren hingewiesen, wieso denn bei den wirklich gefährlichen Sachen nicht? Was ist wirklich gefährlich und wieso ist etwas mehr oder weniger gefährlich? Klar ist eigentlich nur Eines: Ein Restrisiko gibt es immer! Wir aber können aber entscheiden, ob wir die Gefahren überhaupt zulassen wollen oder nicht!

 

I bi halt ä Ma

Liedertext und Tonausschnitt

Wieso ist die Aufgabenteilung beim Grillfest bei den meisten Paaren so, dass der Mann grilliert und die Frau für die Beilagen zuständig ist? Weil es schon immer so war!

Über Tausende von Jahren waren die Rollen von Mann und Frau klar definiert, und es gab keine Diskussionen. Männer jagten und bereiteten das Fleisch zu, während Frauen Beeren und Wurzeln sammelten und die Höhle in Schwung hielten.

 

In nur wenigen Generationen wurde dieses System total über den Haufen geworfen und Emanzipation wie auch Frauenquoten beherrschen nun die Themen. Dabei geht ab und zu vergessen, dass wir zu einem grossen Teil aus unserem Unterbewusstsein heraus handeln, welches wir über die letzten Tausenden von Jahren gebildet haben.

Weiss der Mann von heute, mit all seinen Fähigkeiten von gestern, wie er seiner Rolle von Morgen gerecht werden kann?

 

Schuelwäg

Liedertext und Tonausschnitt

Auf meinem Arbeitsweg zu Fuss zum Bahnhof kreuze ich jeden Morgen viele Schülerinnen und Schüler, von klein bis gross. Immer wieder geniesse ich es zu sehen, wie die vielen Kinder lachen und Freude ausstrahlen. Ich sehe aber auch die andern Kinder, welche eher trostlos hinter den Windschutzscheiben sitzen, wenn sie von ihren Eltern zur Schule gefahren werden. Sind sich diese Eltern wirklich bewusst, was sie damit ihren Kindern antun, und was diese Kinder Tag für Tag verpassen?

 

Erschti Liebi (Duett)

Liedertext und Tonausschnitt

Wie war die erste Liebe, wenn ich so zurückblicke? War sie wirklich so wunderschön, wie sie in den meisten Liedern verherrlicht wird? Oder war die erste Bekanntschaft mit dem andern Geschlecht nicht auch eine sehr aufreibende und schmerzhafte Zeit? Die Geschichten in diesem Lied sind natürlich frei erfunden, sie sollen nur etwas helfen, unsere Erinnerungen und Stimmungen aus dieser Zeit wieder einmal etwas hochleben zu lassen! Ja, das waren noch Berg- und Talfahrten in einem, und schön war es im Nachhinein trotzdem!

 

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